Wie plant man Hochformat und Querformat bereits vor dem Shooting ein?
Das Format muss vor dem Shooting feststehen, nicht danach. Wer erst im Schnitt entscheidet, ob ein Video im Hoch- oder Querformat ausgespielt wird, riskiert, dass das gedrehte Material schlicht nicht passt. Die Frage ist nicht technisch, sondern strategisch: Wo soll der Content laufen, und was braucht der jeweilige Kanal?
Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um die Formatplanung — von den Grundlagen bis zu den häufigsten Fehlern, die wir in der Praxis immer wieder sehen.
Warum entscheidet das Format schon vor dem Dreh über den Erfolg?
Das Format bestimmt, wie ein Video auf dem jeweiligen Kanal wirkt, ob es überhaupt funktioniert und ob das gedrehte Material tatsächlich nutzbar ist. Wer das Format erst nach dem Dreh festlegt, arbeitet mit dem, was zufällig übrig bleibt — und das reicht selten.
Konkret bedeutet das: Ein Querformat-Video, das für einen Imagefilm produziert wurde, lässt sich nicht einfach für Instagram Reels oder TikTok verwenden. Die Bildkomposition ist auf eine andere Fläche ausgelegt. Wichtige Elemente wie Gesichter, Produktdetails oder Texte landen im Hochformat-Crop plötzlich am Rand oder werden abgeschnitten. Das Ergebnis sieht nicht nur unprofessionell aus — es vermittelt auch die falsche Botschaft.
Dazu kommt ein wirtschaftlicher Aspekt: Ein Produktionstag kostet Zeit und Geld. Wenn am Ende nur ein einziges Format nutzbar ist, obwohl mit etwas Vorbereitung drei oder vier Formate hätten entstehen können, ist das Budget ineffizient eingesetzt. Die Formatplanung ist kein Detail, das man am Rand klärt. Sie ist Teil der inhaltlichen Vorbereitung.
Was ist der Unterschied zwischen Hochformat und Querformat im Video?
Querformat (16:9) ist das klassische Breitwandformat, das für Fernsehen, Kino, YouTube und die meisten Websites entwickelt wurde. Hochformat (9:16) ist das native Format für vertikal gehaltene Smartphones und wird auf Plattformen wie Instagram Reels, TikTok und YouTube Shorts ausgespielt. Beide Formate haben unterschiedliche Bildkompositionsregeln und Produktionsanforderungen.
Im Querformat steht die horizontale Fläche im Vordergrund. Bewegungen von links nach rechts, breite Landschaften, Maschinenparks, Produktionslinien — das sind Inhalte, die in 16:9 natürlich wirken. Der Zuschauer schaut in der Regel auf einem größeren Bildschirm und hat Zeit für längere Sequenzen.
Im Hochformat dagegen ist die vertikale Achse dominant. Das Bild wird auf einem Smartphone in der Hand konsumiert, oft ohne Ton, oft in wenigen Sekunden. Das verändert, wie Inhalte komponiert werden müssen: Nähe zum Motiv, klare Bildaussage, wenig Ablenkung am Rand. Ein Gesicht füllt das Bild. Eine Maschine muss so gezeigt werden, dass das Wesentliche oben oder mittig sichtbar ist.
Technisch gesehen unterscheiden sich die Formate im Seitenverhältnis und damit in der Auflösung, im Bildausschnitt und in der Kameraposition. Wer beides aus einem Dreh herausholen will, muss das von Anfang an in die Kameraführung, die Beleuchtung und die Bildkomposition einplanen. Bei technisch anspruchsvolleren Produktionen — etwa wenn es um spezifische Kamerasysteme, Lichtsetzung in engen Räumen oder komplexe Maschinenumgebungen geht — haben wir einen Ingenieur im Team, der direkt unterstützt. Das ist ein Unterschied, der in der Praxis spürbar wird.
Wie legt man das Format vor dem Shooting fest?
Das Format ergibt sich aus den Kanälen, auf denen der Content ausgespielt wird — nicht aus technischen Vorlieben oder Gewohnheiten. Der erste Schritt ist deshalb immer: Wo soll das Video laufen, und wer soll es sehen?
Ein strukturierter Ansatz sieht so aus:
- Kanäle festlegen: Auf welchen Plattformen wird der Content ausgespielt? YouTube, LinkedIn, Website, Instagram, TikTok, Messe-Bildschirm, Kino?
- Formatanforderungen je Kanal klären: Jeder Kanal hat technische Vorgaben und Nutzungsgewohnheiten. Instagram Reels und TikTok sind 9:16. YouTube ist 16:9. LinkedIn funktioniert mit beiden, aber Hochformat performt im Feed oft besser.
- Bildkomposition vorab planen: Kameramann und Regie müssen wissen, welche Formate entstehen sollen, bevor die erste Einstellung gedreht wird. Nur dann kann der Bildausschnitt so gewählt werden, dass er für beide Varianten funktioniert.
- Safe Zones definieren: Für Hochformat gibt es Bereiche im Bild, die von Plattform-Overlays (Likes, Kommentare, Profilbild) überlagert werden. Das muss beim Dreh berücksichtigt werden.
- Schnittplan mitdenken: Welche Szenen eignen sich für Hochformat, welche nicht? Das lässt sich vor dem Dreh grob durchplanen, damit am Set keine Zeit verloren geht.
Wenn wir Produktionen planen, beginnt dieser Prozess nicht am Drehtag, sondern in der Vorproduktion. Die Formatfrage ist Teil des Briefings — genauso wie die Frage nach Botschaft, Zielgruppe und Länge der Videos. Für die interne Koordination und Projektsteuerung nutzen wir monday.com, damit alle Beteiligten jederzeit den gleichen Stand haben und nichts zwischen den Stühlen fällt.
Kann man beim Dreh gleichzeitig für Hoch- und Querformat aufnehmen?
Ja, das ist möglich — aber nur, wenn es von vornherein so geplant wird. Gleichzeitig Hoch- und Querformat aus einer Kamera zu produzieren, ohne das vorher zu berücksichtigen, führt meistens zu Kompromissen, die keinem Format wirklich gerecht werden.
Es gibt verschiedene Ansätze, wie das in der Praxis funktioniert:
Overshooting mit einer Kamera
Wenn mit ausreichend Abstand zum Motiv gedreht wird, lässt sich das 16:9-Bild nachträglich auf 9:16 croppen — vorausgesetzt, die wichtigen Bildelemente liegen mittig genug. Das setzt eine entsprechende Bildkomposition voraus und funktioniert nicht bei jeder Einstellung. Es ist ein pragmatischer Ansatz, der für einfachere Produktionen ausreicht, aber bei komplexeren Szenen schnell an Grenzen stößt.
Zwei Kameras gleichzeitig
Für anspruchsvollere Produktionen ist der sauberere Weg, eine zweite Kamera im Hochformat mitzuführen. Das erhöht den Aufwand am Set, liefert aber eigenständiges Hochformat-Material mit eigener Bildkomposition — kein Crop, kein Kompromiss. Gerade wenn Hochformat-Content eine eigene Rolle spielt (zum Beispiel für eine Social-Media-Kampagne parallel zum Imagefilm), ist dieser Ansatz sinnvoller. Bei technisch komplexen Drehumgebungen — etwa in Produktionshallen, auf Baustellen oder an Maschinen mit besonderen Sicherheitsanforderungen — ist es ein klarer Vorteil, dass wir einen Ingenieur im Team haben, der solche Situationen technisch einschätzen und die Kameraplanung entsprechend anpassen kann.
Welcher Ansatz der richtige ist, hängt vom Budget, vom Umfang der Produktion und davon ab, wie eigenständig der Hochformat-Content sein soll. Das ist eine Entscheidung, die vor dem Dreh getroffen werden muss — nicht danach.
Welche häufigen Fehler passieren bei der Formatplanung?
Die häufigsten Fehler bei der Planung von Hochformat und Querformat entstehen nicht aus Unwissen, sondern aus fehlender Abstimmung zwischen Produktion, Schnitt und Kanalstrategie. Das Ergebnis: brauchbares Material, das trotzdem nicht einsetzbar ist.
Diese Fehler sehen wir regelmäßig:
- Das Format wird erst im Schnitt entschieden: Wenn der Cutter entscheiden soll, ob das Material für 9:16 taugt, ist es meistens zu spät. Was am Set nicht mitgedacht wurde, lässt sich im Schnitt nicht reparieren.
- Wichtige Bildelemente am Rand: Logos, Gesichter, Produktdetails, die im Querformat gut platziert sind, liegen im Hochformat-Crop plötzlich außerhalb des Bildausschnitts. Das passiert, wenn die Kameraführung nur für ein Format geplant wurde.
- Texte und Grafiken werden nicht angepasst: Lower Thirds, Bauchbinden und eingeblendete Informationen sind für 16:9 positioniert. Im Hochformat überlagern sie wichtige Bildinhalte oder landen in Plattform-Overlays.
- Kein Puffer für den Crop: Wer zu nah am Motiv dreht, hat im Hochformat keinen Spielraum mehr. Safe Zones werden nicht berücksichtigt.
- Hochformat wird als Pflichtübung behandelt: Ein schneller Crop am Ende ist kein Hochformat-Content. Hochformat hat eine eigene Dramaturgie, eigene Schnittrhythmen, eigene Anforderungen an Tempo und Bildsprache. Wer das ignoriert, produziert Content, der auf dem jeweiligen Kanal nicht funktioniert.
Hinter den meisten dieser Fehler steckt dasselbe Problem: Die Frage, wo der Content läuft, wurde zu spät gestellt. Oder sie wurde gar nicht gestellt.
Wann lohnt es sich, einen Profi für die Formatplanung hinzuzuziehen?
Es lohnt sich dann, wenn mehrere Formate aus einer Produktion entstehen sollen, wenn das Material auf verschiedenen Kanälen ausgespielt wird oder wenn der Drehtag nicht wiederholt werden kann. In diesen Fällen ist die Formatplanung zu komplex, um sie nebenher zu lösen.
Für eine interne Marketingabteilung ist das oft nicht das Kerngeschäft. Die Fragen, die dabei beantwortet werden müssen, gehen über „Hochformat oder Querformat“ hinaus: Welche Szenen eignen sich für welches Format? Wie muss die Kameraführung angepasst werden? Welche Schnittlogik braucht der Hochformat-Content? Wie werden Safe Zones für verschiedene Plattformen berücksichtigt? Wie viel Puffer braucht der Crop?
Wer das selbst koordinieren will, braucht jemanden, der sowohl die Produktionsseite als auch die Kanallogik versteht. Bei technisch anspruchsvollen Projekten — zum Beispiel Industrieproduktionen, bei denen Maschinen, Produktionsabläufe oder sicherheitsrelevante Umgebungen eine Rolle spielen — kommt bei uns zusätzlich unser Ingenieur ins Spiel. Er kann technische Fragestellungen direkt beurteilen und die Produktion entsprechend vorbereiten. Das ist eine Kompetenz, die die meisten Produktionsfirmen nicht intern abbilden können. Wenn diese Kompetenz intern nicht vorhanden ist, ist ein externer Partner sinnvoller als ein nachträgliches Reparieren im Schnitt.
Gerade bei Produktionen, bei denen gleichzeitig Imagefilm, Social-Media-Clips und Hochformat-Content entstehen sollen, zahlt sich eine saubere Vorproduktion aus. Ein Drehtag, der drei verwertbare Formate liefert, ist besser geplant als drei Drehtage, die jeweils ein Format liefern. Du kannst dir einige Beispiele aus unseren Produktionen ansehen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie das in der Praxis aussieht.
Wie wir Formatplanung in die Produktion einbauen
Bei uns beginnt die Formatfrage nicht am Drehtag. Sie gehört zur Vorproduktion — zusammen mit der Frage nach Botschaft, Zielgruppe und Kanal. Wenn wir wissen, dass ein Imagefilm gleichzeitig Material für Social Media liefern soll, planen wir das von Anfang an mit ein: Bildkomposition, Kameraführung, Safe Zones, Schnittlogik. Für die Projektsteuerung nutzen wir monday.com, damit Absprachen zwischen allen Beteiligten strukturiert laufen und kein Schritt verloren geht.
Konkret bedeutet das zum Beispiel:
- Festlegen, welche Szenen für Hochformat geeignet sind und welche nicht
- Kameraführung so anlegen, dass wichtige Bildelemente mittig bleiben
- Zweite Kamera oder Overshooting je nach Produktionsumfang einplanen
- Schnittplan für Hoch- und Querformat getrennt aufsetzen
- Grafiken, Texte und Lower Thirds formatgerecht positionieren
- Bei technisch komplexen Drehumgebungen: unseren Ingenieur frühzeitig einbinden, damit Kameraplanung, Lichtsetzung und Sicherheitsanforderungen von Anfang an zusammenpassen
Wer Film und Social Media nicht als zwei getrennte Aufgaben denken will, ist bei uns richtig. Wir arbeiten deutschlandweit — von unserem Standort in Buchholz in der Nordheide aus auch mit Unternehmen in Hamburg, Norddeutschland und darüber hinaus.
Wenn ihr eine Produktion plant und wissen wollt, welche Formate und Kanäle für euren Zweck tatsächlich sinnvoll sind: Schreibt uns. Dann schauen wir gemeinsam drauf.
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