Warum wirkt Unternehmenskommunikation über verschiedene Kanäle oft uneinheitlich?
Unternehmenskommunikation wirkt über verschiedene Kanäle uneinheitlich, wenn Inhalte ohne gemeinsame Strategie, ohne einheitliche Vorgaben und von zu vielen unabhängig voneinander arbeitenden Stellen produziert werden. Das Ergebnis: Ein Imagefilm sieht anders aus als die LinkedIn-Posts, die Website spricht eine andere Sprache als der Messestand. Der Markenauftritt wirkt fragmentiert – auch wenn jedes Einzelstück für sich in Ordnung ist. Die folgenden Fragen gehen Schritt für Schritt durch die häufigsten Ursachen und zeigen, woran man das Problem erkennt und wie man es löst.
Was sind die häufigsten Ursachen für inkonsistente Markenkommunikation?
Die häufigsten Ursachen für inkonsistente Markenkommunikation sind fehlende oder nicht durchgesetzte Vorgaben zur Corporate Identity, zu viele unabhängig voneinander arbeitende Dienstleister und eine fehlende übergeordnete Kommunikationsstrategie. Wenn jeder Kanal separat geplant und produziert wird, ohne dass eine gemeinsame Linie existiert, entstehen Inkonsistenzen fast zwangsläufig.
In der Praxis sieht das oft so aus: Film kommt von Agentur A, Fotos von Fotograf B, Social Media betreut Agentur C, Print macht Dienstleister D. Alle bekommen ihr eigenes Briefing. Alle liefern etwas, das für sich genommen funktioniert. Aber niemand hat sichergestellt, dass die Ergebnisse zusammenpassen – in Tonalität, Bildsprache und Botschaft.
Dazu kommen häufig:
- Kein verbindliches Corporate-Design-Regelwerk oder eines, das nicht konsequent angewendet wird
- Keine einheitlichen Formulierungsvorgaben für Kernbotschaften
- Wechselnde interne Ansprechpartner, die unterschiedliche Prioritäten setzen
- Historisch gewachsene Strukturen, bei denen Kommunikation über Jahre in Silos entstanden ist
- Zeitdruck, der dazu führt, dass bestehende Vorgaben ignoriert oder umgangen werden
Das ist kein seltenes Problem. Gerade in mittelständischen Unternehmen mit gewachsenen Marketingstrukturen ist es normal, dass verschiedene Bereiche – Vertrieb, HR, Unternehmenskommunikation – eigene Kommunikation betreiben, ohne dass jemand den Gesamtauftritt im Blick hat.
Wie entsteht ein uneinheitliches Erscheinungsbild über mehrere Kanäle?
Ein uneinheitliches Erscheinungsbild über mehrere Kanäle entsteht, wenn Inhalte für jeden Kanal separat produziert werden, ohne einen gemeinsamen Ausgangspunkt in Bildsprache, Tonalität und Botschaft. Selbst wenn ein Corporate Design existiert, reicht das allein nicht aus – entscheidend ist, ob es konsequent auf allen Kanälen umgesetzt wird.
Ein typisches Beispiel: Ein Unternehmen produziert einen hochwertigen Imagefilm. Der Film hat eine klare Ästhetik, eine bestimmte Farbwelt und einen definierten Ton. Danach entstehen LinkedIn-Posts aus Archivfotos, die eine völlig andere Bildsprache haben. Der Messestand kommt von einem Standbauer, der das Grafikpaket eigenständig interpretiert. Die Recruiting-Anzeigen werden intern zusammengestellt, weil die Zeit drängt.
Jeder dieser Schritte ist nachvollziehbar. Zusammengenommen ergibt sich aber ein Auftritt, der nicht wie aus einem Guss wirkt. Der Imagefilm zeigt ein Unternehmen, das die LinkedIn-Posts nicht zu kennen scheint – und umgekehrt.
Besonders anfällig für dieses Problem sind Unternehmen, die:
- viele Kanäle gleichzeitig bespielen, ohne Produktionen aufeinander abzustimmen
- mit wechselnden Dienstleistern arbeiten, die keine gemeinsame Briefinggrundlage haben
- Inhalte reaktiv produzieren – also dann, wenn etwas gebraucht wird – statt vorausschauend zu planen
- kein zentrales Asset-Management nutzen und Materialien mehrfach und unterschiedlich weiterverarbeiten
Welche Rolle spielt eine fehlende Content-Strategie dabei?
Eine fehlende Content-Strategie ist einer der Hauptgründe für uneinheitliche Markenkommunikation. Ohne Strategie gibt es keine gemeinsame Antwort auf die Frage, was das Unternehmen kommunizieren will, an wen, auf welchen Kanälen und mit welcher Botschaft. Jeder produziert dann das, was gerade gebraucht wird – ohne übergeordneten Rahmen.
Eine Content-Strategie legt fest, welche Themen das Unternehmen besetzen will, welche Zielgruppen angesprochen werden und welche Kernbotschaften auf welchen Kanälen funktionieren. Sie ist kein kreatives Dokument, sondern ein strukturierter Plan. Wer diesen Plan nicht hat, kommuniziert zwar – aber eben nicht konsistent.
Das zeigt sich konkret: Ohne Strategie entscheiden oft einzelne Personen spontan, was gepostet, produziert oder veröffentlicht wird. Der Social-Media-Kanal entwickelt eine eigene Logik. Die Website wird nach anderen Kriterien gepflegt. Der Vertrieb kommuniziert nochmals anders. Alle meinen es gut. Aber niemand steuert das Gesamtbild.
Eine Kommunikationsstrategie schafft hier die Grundlage – nicht als bürokratisches Regelwerk, sondern als gemeinsames Verständnis davon, wofür das Unternehmen steht und wie das nach außen sichtbar werden soll. Wer eine solche Strategie hat und konsequent umsetzt, hat einen klaren Vorteil bei der Frage nach Markenkonsistenz.
Woran erkennt man, dass die Unternehmenskommunikation nicht konsistent ist?
Inkonsistente Unternehmenskommunikation erkennt man daran, dass verschiedene Kanäle, Materialien oder Formate nicht zusammenpassen – in Bildsprache, Tonalität, Botschaft oder Design. Ein einfacher Test: Wenn man Imagefilm, Website, LinkedIn-Profil und einen Flyer nebeneinanderlegt und sich fragt, ob das alles vom selben Unternehmen stammt, sollte die Antwort eindeutig sein.
Konkrete Anzeichen, auf die man achten kann:
- Unterschiedliche Schriften, Farben oder Logoversionen auf verschiedenen Materialien
- Wechselnde Tonalität – mal förmlich, mal locker, mal technisch, mal emotional – ohne erkennbares Muster
- Bilder, die nicht zur Bildwelt des Imagefilms oder der Website passen
- Kernbotschaften, die je nach Kanal unterschiedlich formuliert sind oder sich widersprechen
- Recruiting-Kommunikation, die sich von der Unternehmenskommunikation klar abhebt – obwohl es dasselbe Unternehmen ist
- Social-Media-Posts, die nicht erkennen lassen, welche Marke dahintersteckt
Manchmal ist das Feedback auch direkter: Kunden oder Bewerber berichten, dass das Unternehmen online anders wirkt als im persönlichen Kontakt. Das ist ein deutliches Signal, dass Kommunikation und Markenrealität auseinanderdriften.
Intern zeigt sich das Problem oft daran, dass niemand eine verbindliche Antwort geben kann, wie das Unternehmen kommunizieren soll. Wenn fünf Personen im Marketingteam fünf verschiedene Antworten auf diese Frage geben, ist das ein klares Indiz.
Was hilft gegen uneinheitliche Kommunikation über verschiedene Kanäle?
Gegen uneinheitliche Multichannel-Kommunikation helfen vor allem drei Dinge: eine klare Kommunikationsstrategie mit definierten Kernbotschaften, verbindliche Corporate-Identity-Vorgaben, die auf allen Kanälen durchgesetzt werden, und eine koordinierte Produktionsplanung, die Inhalte für mehrere Kanäle von Anfang an zusammen denkt.
Strategie vor Produktion
Der häufigste Fehler ist, mit der Produktion zu beginnen, bevor die Fragen nach Ziel, Zielgruppe und Botschaft beantwortet sind. Wer erst produziert und dann überlegt, wo das Material eingesetzt wird, riskiert genau die Fragmentierung, die Inkonsistenz erzeugt. Eine klare Kommunikationsstrategie legt den Rahmen fest, bevor irgendein Format entsteht.
Gemeinsame Produktion statt Einzelaufträge
Wenn Film, Foto und Social-Media-Assets aus einer gemeinsamen Produktion entstehen, ist die Einheitlichkeit in Bildsprache und Tonalität kein Zufall mehr, sondern das Ergebnis einer bewussten Entscheidung. Ein Produktionstag kann Material für den Imagefilm, Fotos für die Website, kurze Clips für LinkedIn und Hochformat-Videos für Social Media liefern – wenn er entsprechend geplant ist. Das reduziert nicht nur Inkonsistenz, sondern auch den Koordinationsaufwand mit mehreren Dienstleistern.
Verbindliche Vorgaben, die tatsächlich genutzt werden
Ein Corporate Design, das als PDF irgendwo im Laufwerk liegt, hilft wenig. Verbindliche Vorgaben zu Schrift, Farbe, Bildsprache, Tonalität und Kernbotschaften müssen so aufbereitet sein, dass interne Teams und externe Dienstleister damit tatsächlich arbeiten können. Das bedeutet: klare Regeln, zugänglich, aktuell und mit konkreten Beispielen. Wir arbeiten intern mit monday.com, um Projekte, Briefings und Assets zentral zu verwalten – so haben alle Beteiligten jederzeit Zugriff auf den aktuellen Stand und es gibt keine veralteten Versionen, die parallel kursieren.
Weniger Dienstleister, mehr Koordination
Je mehr unabhängige Dienstleister an der Kommunikation beteiligt sind, desto mehr Koordinationsaufwand entsteht – und desto höher ist das Risiko, dass das Ergebnis nicht zusammenpasst. Das bedeutet nicht, dass ein einzelner Dienstleister immer die bessere Wahl ist. Aber wer die Zahl der unabhängig voneinander arbeitenden Stellen reduziert und klare Verantwortlichkeiten schafft, hat weniger Reibungsverluste.
Technische Kompetenz direkt im Team
Gerade bei technisch anspruchsvolleren Produktionen – etwa in der Industrie, im Maschinenbau oder bei erklärungsbedürftigen Produkten – entsteht Inkonsistenz auch dann, wenn Dienstleister die fachlichen Zusammenhänge nicht wirklich verstehen und Inhalte deshalb ungenau oder oberflächlich umsetzen. Bei uns ist ein Ingenieur fest im Team, der bei technischen Fragestellungen direkt unterstützt. Das bedeutet: Wir können komplexe Sachverhalte inhaltlich durchdringen, bevor wir sie kommunikativ aufbereiten. Das schlägt sich in der Qualität der Inhalte nieder – und sorgt dafür, dass das, was gezeigt und gesagt wird, auch stimmt.
Bei uns beginnt eine Kampagne deshalb nicht mit der Frage, welches Format als Erstes produziert wird. Wir fragen zuerst: Was soll kommuniziert werden, an wen, auf welchen Kanälen – und welche Assets werden dafür gebraucht? Das klingt nach einem kleinen Unterschied, macht in der Praxis aber einen großen aus. Wer das von Anfang an zusammen denkt, spart sich später aufwendige Nacharbeiten und bekommt einen Auftritt, der tatsächlich konsistent wirkt. Einen Eindruck davon, wie das in der Praxis aussieht, gibt es in unseren crossmedialen Projekten.
Wenn ihr merkt, dass eure Kommunikation über verschiedene Kanäle auseinanderdriftet und nicht klar ist, wo das Problem liegt – schreibt uns. Wir schauen gemeinsam drauf, was tatsächlich gebraucht wird und wo es hakt. Keine Standardlösung, kein großes Tamtam. Einfach ein ehrliches Gespräch über das, was ihr vorhabt. Mehr darüber, was wir als Fischköppe machen, findet ihr direkt bei uns.
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