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Wie kann ein Marketingteam aus einem Drehtag mehr Content herausholen?

Von markushoefemann

Wie kann ein Marketingteam aus einem Drehtag mehr Content herausholen?

Ein gut vorbereiteter Drehtag kann deutlich mehr liefern als einen fertigen Imagefilm. Wer Content-Repurposing bereits in der Planung mitdenkt, gewinnt aus einer einzigen Produktion Material für Social Media, Website, Vertrieb und mehr. Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Budget, sondern darin, ob das Marketingteam vor dem ersten Drehtag klar definiert hat, welche Formate am Ende gebraucht werden. Die folgenden Fragen zeigen, worauf es dabei ankommt.

Wie viele Content-Formate lassen sich aus einem einzigen Drehtag gewinnen?

Aus einem gut geplanten Drehtag lassen sich realistisch fünf bis zehn verwertbare Content-Formate gewinnen. Das setzt voraus, dass die Formatplanung vor der Produktion steht und nicht erst im Schnitt beginnt. Wer nur an den Hauptfilm denkt, verlässt den Drehtag mit einem Asset. Wer vorher plant, kann mit deutlich mehr nach Hause fahren.

Konkret kann ein einzelner Drehtag Material liefern für:

  • einen Hauptfilm (z.B. Imagefilm oder Produktvideo)
  • zwei bis vier kurze Social Clips im Querformat
  • Hochformat-Versionen für Instagram Reels oder LinkedIn
  • Behind-the-Scenes-Content für Social Media
  • Produktfotos oder Stills aus dem Videomaterial
  • Mitarbeiterporträts oder Teamaufnahmen
  • kurze Zitat-Clips aus Interviews
  • Material für Vertriebspräsentationen oder Messewände

Das ist kein Automatismus. Wer am Drehtag einfach draufhält und den Rest dem Cutter überlässt, bekommt am Ende trotzdem nur einen Film. Die Formate entstehen nicht im Schnitt, sie werden auf dem Set eingeplant.

Was muss vor dem Drehtag geplant sein, damit Repurposing funktioniert?

Damit Content-Repurposing nach einem Drehtag funktioniert, muss die Formatplanung Teil des Briefings sein, bevor das erste Kabel ausgerollt wird. Das bedeutet: Alle benötigten Endformate, Kanäle und Verwendungszwecke werden vor der Produktion festgelegt, nicht danach. Für die strukturierte Planung und Koordination unserer Produktionen setzen wir intern auf monday.com, damit alle Beteiligten jederzeit den gleichen Stand haben und nichts zwischen den Stühlen fällt.

In der Praxis heißt das, folgende Fragen vor dem Drehtag zu beantworten:

  • Welche Kanäle sollen bespielt werden und welche Formate brauchen diese Kanäle?
  • Welche Szenen oder Motive werden für den Hauptfilm benötigt, welche zusätzlich für Social?
  • Werden Hochformat-Aufnahmen gebraucht? Wenn ja, müssen Kameraposition und Bildausschnitt entsprechend geplant werden.
  • Sollen Interviews oder Statements entstehen, die sich in Kurzclips schneiden lassen?
  • Werden neben Video auch Fotos benötigt, und wenn ja, für welche Verwendungszwecke?
  • Gibt es Motive, die für Recruiting, Messe oder Vertrieb gesondert aufgenommen werden sollten?

Wenn diese Fragen nicht im Vorfeld geklärt sind, fehlt dem Kamerateam am Set die Orientierung. Dann entstehen zwar Aufnahmen, aber kein verwertbarer Content-Mix. Wir legen bei unseren Produktionen die benötigten Formate gemeinsam mit dem Marketingteam fest, bevor wir überhaupt an die Setplanung gehen. Das spart Zeit am Drehtag und verhindert, dass hinterher Aufnahmen fehlen.

Welche Aufnahmen werden beim Drehtag am häufigsten vergessen?

Am häufigsten fehlen nach einem Drehtag Hochformat-Aufnahmen, atmosphärische Übergangsszenen und kurze Statement-Clips von Mitarbeitenden. Diese Aufnahmen wirken im Moment unwichtig, sind aber für Social Media und Recruiting-Content oft die nützlichsten Bausteine.

Konkret werden häufig vergessen:

  • Hochformat-Versionen: Wer nur im 16:9-Format dreht, kann keinen nativen Reels- oder Story-Content liefern. Hochformat muss am Set aktiv eingeplant werden.
  • Mitarbeiter-Statements: Ein kurzes, authentisches Statement von einer Person aus dem Unternehmen lässt sich vielseitig einsetzen, für Recruiting, LinkedIn, interne Kommunikation. Wird aber oft als „nicht so wichtig“ weggelassen.
  • Atmosphärische Cutaways: Detailaufnahmen, Handgriffe, Maschinen in Bewegung, das Büro aus einer anderen Perspektive. Diese Aufnahmen braucht der Cutter für Übergänge und kurze Social Clips dringend.
  • Behind-the-Scenes-Material: Ein paar Aufnahmen vom Set selbst kosten wenig Zeit, liefern aber Content, der besonders auf LinkedIn gut funktioniert.
  • Fotos parallel zum Video: Wer keinen Fotografen dabei hat oder das Foto-Briefing vergisst, verlässt den Drehtag ohne Bildmaterial für Website, Print oder Social.

Diese Lücken fallen meist erst in der Postproduktion auf, wenn es zu spät ist, noch mal zurückzufahren. Ein kurzes Aufnahme-Briefing vor dem Drehtag, das alle benötigten Clips und Motive listet, verhindert das.

Wie werden lange Videoaufnahmen in Social-Media-Content umgewandelt?

Lange Videoaufnahmen werden in Social-Media-Content umgewandelt, indem die stärksten Aussagen, Szenen oder Momente isoliert und auf 15 bis 60 Sekunden gekürzt werden. Das funktioniert am besten, wenn das Ausgangsmaterial bereits mit Blick auf diese Kurzformate aufgenommen wurde.

Wer einen Imagefilm von drei Minuten einfach kürzt, bekommt in der Regel keinen guten Social Clip. Social-Media-Content braucht eine eigene Dramaturgie: Der Einstieg muss sofort funktionieren, die Botschaft muss auch ohne Ton verständlich sein und das Format muss zur Plattform passen.

Praktisch bedeutet das:

  • Interviews so führen, dass einzelne Antworten als eigenständige Clips funktionieren
  • Szenen mit klarem Anfang und Ende drehen, nicht nur als Teil einer längeren Sequenz
  • Untertitel und Text-Overlays einplanen, weil viele Videos ohne Ton geschaut werden
  • Formatvarianten (Quadrat, Hochformat, Querformat) bereits beim Dreh berücksichtigen
  • Clips mit konkreter Botschaft planen, nicht als generische Ausschnitte

Ein Drehtag, der diese Logik von Anfang an mitdenkt, liefert nicht nur einen Hauptfilm, sondern gleichzeitig verwertbaren Content für mehrere Wochen Social-Media-Kommunikation. Wer das erst im Schnitt versucht zu lösen, kämpft gegen das Material statt mit ihm. Mehr Beispiele dazu findest du in unseren Projekten.

Wann lohnt sich ein zweites Kamerateam beim Drehtag?

Ein zweites Kamerateam lohnt sich, wenn an einem Drehtag mehrere Locations oder Abläufe parallel stattfinden, die nicht warten können, oder wenn neben dem Hauptfilm gleichzeitig umfangreicher Social- und Behind-the-Scenes-Content entstehen soll. Bei einem einfachen Produktvideo ist ein zweites Team in der Regel nicht nötig.

Es gibt Situationen, in denen ein zweites Kamerateam klar sinnvoll ist:

  • Eventproduktionen: Bühne, Publikum und Sideline können nicht gleichzeitig von einer Kamera abgedeckt werden.
  • Produktionsprozesse, die nicht wiederholbar sind: Wenn eine Maschine nur einmal anläuft oder ein Prozess nicht für die Kamera angehalten werden kann, braucht es mehrere Perspektiven gleichzeitig. Hier kommt ein weiterer Vorteil unserer Arbeitsweise zum Tragen: Wir haben einen Ingenieur im Team, der bei technisch anspruchsvollen Produktionen direkt unterstützt. Er versteht Produktionsprozesse, Maschinen und technische Abläufe aus der Praxis heraus und sorgt dafür, dass wir auch in komplexen Industrieumgebungen die richtigen Aufnahmen zum richtigen Zeitpunkt machen.
  • Paralleles Foto-Shooting: Wenn neben dem Video auch Fotos für Website, Print oder Social entstehen sollen, arbeitet ein Fotograf parallel zum Kamerateam. Das ist kein zweites Kamerateam im klassischen Sinne, aber ein zweites Gewerk, das separat gebrieft werden muss.
  • Umfangreicher Social Content: Wenn Behind-the-Scenes, Interviews und Hauptfilm gleichzeitig entstehen sollen, kann eine zweite Kamera den Drehtag erheblich effizienter machen.

Die Frage ist immer: Was kostet ein zweiter Drehtag im Vergleich zu einem zweiten Kamerateam am selben Tag? In vielen Fällen ist die Antwort eindeutig. Gerade wenn Produktionsprozesse oder Mitarbeitende schwer verfügbar sind, lohnt es sich, den Tag vollständig zu nutzen, anstatt später nachzudrehen. Das ist einer der Gründe, warum wir Film und Foto häufig gemeinsam planen und produzieren, direkt aus einer Hand.

Wie wir aus einem Drehtag mehr herausholen

Wir planen Drehtage so, dass am Ende mehr steht als ein fertiger Film. Das beginnt damit, vor der Produktion zu klären, welche Formate das Marketingteam tatsächlich braucht, und endet damit, dass alle Assets direkt aus einer Produktion entstehen. Ein entscheidender Teil unserer Arbeitsweise ist dabei unser Ingenieur im Team: Bei technisch anspruchsvollen Produktionen, etwa in der Industrie oder bei erklärungsbedürftigen Prozessen, ist er von Anfang an eingebunden. So stellen wir sicher, dass wir technische Zusammenhänge nicht nur visuell richtig darstellen, sondern auch inhaltlich verstehen, was gezeigt wird. Das ist ein Unterschied, der in der Praxis spürbar ist.

Was wir dabei übernehmen können:

  • Formatplanung vor dem Drehtag: Welche Clips, Formate und Verwendungszwecke werden gebraucht?
  • Parallele Film- und Fotoproduktion an einem Tag
  • Aufnahme-Briefing für Kamerateam und Fotografen mit allen benötigten Motiven
  • Schnitt von Haupt- und Kurzformaten aus demselben Material
  • Aufbereitung für verschiedene Kanäle: Querformat, Hochformat, Quadrat
  • Technische Begleitung durch unseren Ingenieur bei komplexen oder industriellen Produktionen

Ihr plant einen Drehtag und wollt sicherstellen, dass am Ende mehr als ein Video rauskommt? Dann schreibt uns, was ihr vorhabt. Wir schauen gemeinsam, welche Formate und Gewerke sinnvoll sind.

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